Gegründet 2008 vom P.E.N.-Zentrum Deutschland Für die Freiheit des Wortes
Carola-Stern-Stiftung carola-stern-stiftung.de

Meinungsfreiheit · Pressefreiheit · Exil

Wer schreibt, soll dafür nicht ins Gefängnis gehen

Die Carola-Stern-Stiftung setzt sich nach dem Willen ihrer Stifterin für die Meinungs- und Pressefreiheit ein. Sie hilft bedrohten und verfolgten Autoren sowie ihren Angehörigen und begleitet Kolleginnen und Kollegen, die ihr Land verlassen mussten.

Wir sind den Prinzipien der P.E.N.-Charta verbunden, verstehen uns aber als eigenständige und unabhängige Einrichtung. Wir fördern Übersetzungen und Publikationen, überbrücken akute Notlagen durch Zuwendungen und arbeiten in einem menschenrechtlichen Netzwerk, dem es um Zivilität und Demokratie in allen Ländern geht.

Vier Arbeitsfelder

Womit die Stiftung konkret hilft

Große Erklärungen helfen niemandem, der in drei Wochen die Miete nicht zahlen kann oder dessen Familie im Herkunftsland unter Druck gesetzt wird. Deshalb ist die Arbeit sehr praktisch angelegt.

01

Schutz und Nothilfe

Kurzfristige Zuwendungen, wenn ein Honorar wegbricht, eine Ausreise bezahlt werden muss oder Anwaltskosten anfallen. Schnell, unbürokratisch, ohne Schaufenster.

02

Angehörige

Repression trifft selten nur eine Person. Ehepartner verlieren Arbeit, Kinder den Schulplatz. Auch dafür gibt es Mittel.

03

Übersetzung und Publikation

Ein Text, der niemand liest, schützt niemanden. Wir fördern Übertragungen ins Deutsche und Veröffentlichungen exilierter Autorinnen und Autoren.

04

Ankommen in Deutschland

Behörden, Sprachkurse, Kontakte in Redaktionen und Verlage. Integration heißt hier: wieder arbeiten können, nicht nur geduldet sein.

Hintergrund

Warum eine eigene Stiftung nötig war

Das P.E.N.-Zentrum Deutschland kümmert sich seit Jahrzehnten um inhaftierte und bedrohte Schriftsteller. Trotzdem fehlte lange ein Instrument, das schnell Geld bewegen kann, ohne dass ein Gremium erst tagen muss. Genau diese Lücke füllt die Stiftung.

Wer verfolgt wird, hat meistens kein halbes Jahr Zeit. Eine Journalistin, deren Redaktion geschlossen wurde, braucht in der Woche danach eine Antwort, nicht im nächsten Quartal. Ein Lyriker, der über die Grenze gegangen ist und mit einem Koffer in Berlin sitzt, hat andere Sorgen als Antragsformulare. Deshalb ist die Stiftung bewusst schlank gebaut. Sie sammelt keine Verwaltung an, sie gibt weiter. Und sie arbeitet dort, wo staatliche Programme regelmäßig aussetzen, weil Zuständigkeiten unklar sind oder weil ein Fall politisch unbequem ist. Mehr dazu steht auf der Seite zu den Zielen der Stiftung.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, über den selten gesprochen wird. Exil ist nicht der Endpunkt einer Fluchtgeschichte, sondern der Anfang eines langen Zermürbungsprozesses. Viele Kolleginnen und Kollegen verlieren im Ausland ihr Publikum, ihre Sprache, ihren beruflichen Status. Aus einem bekannten Kommentator wird ein Mann, der beim Jobcenter erklären soll, warum er keine deutschen Nachweise hat. Genau an dieser Stelle setzen unsere Förderungen für Übersetzungen und Publikationen an, weil ein veröffentlichtes Buch beruflich mehr bewirkt als jede Bescheinigung. Wie diese Arbeit im Alltag aussieht, beschreibt die Seite über Writers in Prison und Writers in Exile.

Die Stiftung ist ein Teil des menschenrechtlichen Netzwerkes für die Durchsetzung von Zivilität und Demokratie in allen Ländern. Sie ersetzt keine Behörde, keinen Anwalt und keine Redaktion. Sie sorgt dafür, dass jemand weitermachen kann, bis diese Stellen greifen.

Themen im Überblick

Vier Seiten, die tiefer gehen

Wer sich einlesen will, findet hier ausführliche Texte zu Auftrag, Person und Praxis.

Partner und Empfehlungen

Seiten aus unserem Umfeld

Unterstützer, Bekannte und Weggefährten betreiben eigene Projekte im Netz. Diese sechs Adressen geben wir gerne weiter.

Boosting Service Valorant

Rangaufstieg im Taktik-Shooter Valorant mit erfahrenen Spielern, transparenten Abläufen und Betreuung während des gesamten Auftrags.

https://eloboost24.eu/de/valorant/rank

Tore aus Polen

Einfahrtstore, Zäune und Metallbau aus polnischer Fertigung, geliefert und montiert für Privatgrundstücke und Gewerbeflächen.

https://pa-met.com/tore-aus-polen/

Küchen Berlin

Maßgefertigte Einbauküchen für Berliner Altbauten und Neubauwohnungen, von der Aufmaßberatung bis zur fertigen Montage vor Ort.

https://kuchen-berlin-2m.de/

Küche Berlin

Möbel und Kücheneinrichtung für die Hauptstadt, mit Planung nach Grundriss, Lieferung in alle Bezirke und persönlicher Beratung.

https://www.moebel2m.eu/

Küchen Dresden

Küchenstudio für Dresden und Umgebung mit individueller Planung, Geräteauswahl bekannter Marken und sauberer Endmontage.

https://www.kuechen-dresden.com/

Küchen Leipzig

Einbauküchen und Möbel für Leipzig, passend geplant für kleine Grundrisse ebenso wie für offene Wohnküchen im Neubau.

https://www.kuechen-leipzig.com/

Freiheit des Wortes ist kein Zustand, sondern Arbeit

Man merkt erst, wie dünn der Boden ist, wenn er nachgibt. Das gilt für Redaktionen genauso wie für einzelne Schriftsteller, und es gilt in Ländern, die man lange für stabil gehalten hat.

Verfolgung fängt fast nie mit einer Verhaftung an. Sie fängt mit einer Steuerprüfung an, mit einem entzogenen Presseausweis, mit einem Anruf beim Vermieter. Danach kommt der Anzeigenkunde, der plötzlich abspringt, dann die Klage wegen angeblicher Beleidigung, dann das eingefrorene Konto. Wer diese Reihenfolge einmal beobachtet hat, erkennt sie überall wieder, in Ankara genauso wie in Minsk oder Kabul. Und weil jeder einzelne Schritt für sich harmlos wirkt, dauert es lange, bis jemand von außen versteht, dass hier ein System arbeitet. Genau deshalb reagieren wir früh und nicht erst, wenn eine Person im Gefängnis sitzt.

Die häufigste Reaktion von Betroffenen ist übrigens nicht Empörung, sondern Schweigen. Viele glauben, ihr Fall sei zu klein. Sie vergleichen sich mit Kollegen, die zwanzig Jahre bekommen haben, und finden dann, ihre eigene Lage rechtfertige keine Hilfe. Das ist ein Denkfehler mit Folgen, denn wer zu spät fragt, hat oft schon Schulden, ein abgelaufenes Visum und ein zerbrochenes Netzwerk. Melden Sie sich früh, auch wenn Sie unsicher sind, ob Sie zur Zielgruppe gehören. Eine Anfrage kostet nichts und wird vertraulich behandelt. Und falls wir nicht zuständig sind, kennen wir in der Regel jemanden, der es ist.

Ein zweiter verbreiteter Irrtum betrifft das Exil selbst. Viele stellen sich vor, dass mit dem Grenzübertritt die Gefahr endet und die Erleichterung beginnt. Tatsächlich beginnt dann erst die Zeit, in der die Kraft ausgeht. Der Beruf ist weg, die Sprache fehlt, die Familie sitzt vielleicht noch im Herkunftsland und wird als Druckmittel benutzt. Dazu kommen Behördengänge, Wartezeiten und die Erfahrung, dass die eigene Arbeit hier niemanden interessiert. Wir versuchen deshalb, nicht nur Geld zu geben, sondern Anschluss herzustellen: an Verlage, an Redaktionen, an Übersetzerinnen, an Kolleginnen und Kollegen, die dasselbe hinter sich haben. Das klingt unspektakulär, entscheidet aber häufig darüber, ob jemand nach zwei Jahren wieder schreibt oder aufgibt.

Was passiert, wenn niemand eingreift? Zuerst verschwinden einzelne Themen. Kein Redakteur verbietet sie ausdrücklich, sie werden nur nicht mehr angeboten, weil sich der Ärger nicht lohnt. Dann verschwinden Korrespondenten aus schwierigen Regionen, weil die Versicherung zu teuer ist und der Schutz fehlt. Am Ende steht eine Öffentlichkeit, die formal frei ist und trotzdem nichts Unangenehmes mehr erfährt. Diese schleichende Selbstzensur richtet mehr Schaden an als jede Zensurbehörde, weil sie unsichtbar bleibt und niemand dafür verantwortlich gemacht werden kann. Mehr zu diesem Mechanismus steht auf unserer Seite über Meinungs- und Pressefreiheit.

Carola Stern hätte diese Beschreibung vermutlich nüchterner formuliert. Sie hat als junge Frau in der DDR gelernt, wie man mit zwei Wahrheiten gleichzeitig lebt, und sie hat später beschrieben, wie lange sie brauchte, um die Angst nicht mehr als Schwäche zu betrachten. Ihre Biografie ist keine Heldengeschichte, sondern eine Sammlung von Irrtümern, Korrekturen und ziemlich harten Entscheidungen. Genau darum eignet sie sich als Namensgeberin so gut. Wer ihre Lebensstationen nachlesen möchte, findet sie auf der Seite Carola Stern – zur Person, und wer wissen will, wie unsere Vergabe funktioniert, sollte sich die Ziele der Stiftung ansehen.

Unterstützen kann man diese Arbeit auf mehreren Wegen. Zuwendungen sind der offensichtliche, weil sie sofort wirken und weil jede Überweisung irgendwo eine Miete, eine Übersetzung oder ein Anwaltshonorar bezahlt. Genauso wichtig sind Verlage, die einen Titel wagen, Redaktionen, die einem exilierten Kollegen eine feste Kolumne geben, und Hochschulen, die Gastaufenthalte anbieten. Manchmal reicht schon eine Einladung zu einer Lesung, damit jemand wieder das Gefühl bekommt, gelesen zu werden. Falls Sie zu einer dieser Gruppen gehören, schreiben Sie uns. Wir vermitteln gern, und wir sagen auch ehrlich, wenn eine Idee in der Praxis nicht funktioniert.